Neurodermitis:
Fakt oder Fake?

Rund um Neurodermitis kursieren noch immer viele Missverständnisse.
Beim Skinfluencer Talk* haben Hautärzte gemeinsam mit Social Influencerinnen die gängigsten Mythen einem Faktencheck unterzogen – die Ergebnisse sind aufschlussreich und motivierend!


Beim Skinfluencer Talk trafen Hautärzte auf Social Influencer, um über Neurodermitis zu diskutieren und Mythen zu entkräften. Influencer bekamen wertvolle Einblicke in die Sichtweise erfahrener Dermatologen und teilten ihre eigenen Perspektiven. So entstand eine Verbindung zwischen medizinischem Wissen und der kreativen Social Media-Welt. Die zentrale Botschaft lautete: Gemeinsam können wir durch Aufklärung und Unterstützung das Leben von Menschen mit Neurodermitis verbessern. Deshalb teilen wir hier die wichtigsten Fakten, die du über Neurodermitis wissen solltest!


*SKINfluencer Talk mit:


Mythen wie „Allergien verursachen Neurodermitis“, „Nur Salben helfen“, und „Man darf nur einmal die Woche baden“ wurden beim Skinfluencer Talk auf den Prüfstand gestellt:

Mythos 1:

Neurodermitis ist mehr als nur ein Ausschlag: JA, denn …

... Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die häufig in Schüben verläuft. Typische Symptome sind trockene, gerötete Haut und Juckreiz. Bei Erwachsenen sind häufig Beugeseiten, Hände und der Hals bzw. Nacken betroffen. Hauptfaktoren bei der Entstehung sind die überschießende Entzündungsreaktion durch ein fehlgeleitetes Immunsystem und eine gestörte Hautbarriere, die in Wechselwirkung stehen. Die Forschung zeigt, dass das Hautmikrobiom auch eine Rolle spielt, da bei Schüben Bakterien wie Staphylokokken die Entzündung weiter verstärken können.

Mythos 2:

Neurodermitis wird durch Allergien verursacht? NEIN!

Externe Faktoren wie Allergene, Tierhaare, Wolle und Stress können Schübe bei Neurodermitis auslösen oder verschlimmern. Wichtig ist: Allergien verursachen keine Neurodermitis! Jedoch haben Betroffene ein erhöhtes Risiko, Allergien zu entwickeln, die sich über Haut, Atemwege oder als Kontaktallergien äußern können. Schübe werden oft fälschlicherweise auf Lebensmittel zurückgeführt, weshalb eine Allergieaustestung ratsam ist. Das Erkennen und Meiden von Allergieauslösern kann Beschwerden lindern, aber setzt nicht an den Ursachen an.

Mythos 3:

Bei Neurodermitis helfen nur (Kortison-)Salben und Cremen? NEIN, denn…

… tatsächlich gibt es eine Vielzahl von wirksamen und gut verträgliche Therapiemöglichkeiten, die sich nach dem Schweregrad der Erkrankung richten. Moderne systemische Therapien, teilweise bereits auch für Kinder- und Jugendliche zugelassen, darunter Biologika (als Pen/Spritze verfügbar) und sogenannte kleine Moleküle („small molecules“, in Tablettenform) können bei moderat bis schweren Verläufen Ekzeme und Juckreiz deutlich verringern. Das bedeutet weniger Schübe, weniger Einsatz von Kortison, mehr Lebensqualität für die Patienten und die gesamte Familie! Die Basispflege bleibt jedoch essenziell, um die Hautbarriere zu stärken und Trockenheit vorzubeugen.

Mythos 4:

Mit dem richtigen Lebensstil bekommst du Neurodermitis in den Griff? JEIN, denn …

Lebensstiländerungen können hilfreich sein, sind aber meist nicht allein ausreichend. Mit folgenden Tipps kannst du zu einem erfolgreichen Erkrankungsmanagement beitragen:

  • Basispflege nicht vergessen: Pflege deine Haut mindestens zweimal täglich, auch in beschwerdefreien Zeiten.
  • Richtig baden: Nutze milde, pH-neutrale Produkte und bade nicht zu heiß oder lange. Tupfe die Haut danach sanft ab und creme sie sofort ein, um die Hautbarriere zu stärken.
  • Schubauslöser meiden: Vermeide bekannte Allergene und Trigger wie Pollen aber auch irritative Faktoren wie Schweiß, soweit möglich. Nach dem Sport immer sofort lauwarm abduschen und eincremen.
  • Informiert bleiben: Bleibe zu modernen Behandlungsoptionen für Neurodermitis auf dem Laufenden.
  • Gespräch mit dem Hautarzt suchen: Bereite dich gut vor um gemeinsam die optimale Behandlung zu finden.
  • Beim Hautarzt klare Therapieziele besprechen: Definiere individuelle Ziele für eine bessere Hautgesundheit, wie erholsamer Schlaf dank weniger/keinem Juckreiz, ein bestimmtes Hobby (wieder) ausüben zu können oder Kleidung zu tragen, in der man sich wohlfühlt.
  • Therapie korrekt anwenden: Befolge die Therapiepläne genau, wie mit dem Hautarzt vereinbart.

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 Stand der Information: 20. Oktober 2025